Butzbacher ZeitungStadt und LandSamstag, 9.Juni 2012


Konzept zur Dorferneuerung geht dank Bewilligung weiter

Landrat Joachim Arnold übergibt Förderbescheid für Machbarkeitsstudie Dorfzentrum


BUTZBACH (thg). Die Dorferneuerung in den Stadtteilen Fauerbach und Münster bekommt einen weiteren finanziellen Schub. Zwei Bewilligungsbescheide übergab Landrat Joachim Arnold gestern im Wappensaal im Butzbacher Rathaus. Knapp 4.000 Euro von rund 6.800 Euro Gesamtkosten gehen in die Machbarkeitsstudie eines Dorfzentrums in Fauerbach. 3.500 Euro beträgt der Zuschuss zu den Gesamtkosten von 5.000 Euro für die Städtebauliche Beratung bis zum 30. Juni 2013. Das Geld stammt aus dem kommunalen Finanzausgleich. Die Stadt Butzbach übernimmt die Differenz-Summe.

Übergabe Förderbescheid

BUTZBACH. Landrat Joachim Arnold (l.) übergab Bürgermeister Michael Merle den Förderbescheid im Beisein von Petra Fehser vom Arbeitskreis Dorferneuerung Fauerbach/Münster. Text + Foto: thg

Petra Fehser erläuterte die jüngsten Aktivitäten des Beirats. Aktuell läuft in Fauerbach und Münster eine Fragebogenaktion des Arbeitskreises Dorferneuerung. Bis Sonntag, 24. Juni, sind die Bürger dazu aufgerufen, das Papier auszufüllen. Es geht darin um ein Meinungsbild, was das neue Dorf Zentrum in Fauerbach, das auch für Münster da sein soll, künftig anbieten soll. Nach den bisherigen Überlegungen könnte das Dorfzentrum als Treffpunkt für alle Generationen dienen und zudem Dienstleistungszentrum sein. Neben Veranstaltungsräumen, die auch gemietet werden können, soll Mittagstisch oder Kaffeetrinken möglich sein, dazu eine Art Tante-Emma-Laden, Kinderbetreuung, medizinische Grundversorgung und Bücherei.


Der Landrat unterstrich, dass erstmals zwei Stadtteile gemeinsam im Dorferneuerungsprogramm seien. Auf Arnolds Nachfrage, wie die Zusammenarbeit läuft, sagte Fehser: „Das funktioniert super”. Man rede sich zwar manchmal die Köpfe heiß, aber im Endeffekt komme man stets auf den gleichen Nenner, und zwar dorfübergreifend. Beim Wäldchesfest in Fauerbach habe man mehr Münsteraner als früher gesehen, und auch aus den anliegenden Dörfern seien mehr Leute wegen des Themas Dorferneuerung gekommen. Arnold ermutigte alle, so weiterzumachen, weil damit mehr für alle herauskomme.


Montags bis freitags soll laut Fehser ein Mittagstisch für Jung und Alt angeboten werden. Auch damit solle der soziale Zusammenhalt gefördert werden. Die ältere Generation solle mit den Kindern etwas unternehmen, beispielsweise aus der beruflichen Erfahrung etwas weitergeben, aber auch vorlesen oder Gesellschaftsspiele spielen, was viele Junge heute nicht mehr kennen würden. Die Kinder könnten im Gegenzug etwa in einer Internet-Ecke den Älteren etwas zeigen, nannte sie ein Beispiel.


In einer kleinen Poststelle soll es möglich sein, Briefmarken zu kaufen. Und in einer privat aufzubauenden Bücherei könnten die Kinder wieder an das Lesen herangeführt werden. Stundenweise könnte eine ärztliche Sprechstunde in den neuen Räumen angeboten werden. Zur Finanzierung soll ein Förderverein gegründet werden. Es ist auch daran gedacht, zwei oder drei 400-Euro-Kräfte einzustellen, so Fehser. Arnold lobte das Engagement. „Es geht nur über die Leute, die selbst im Ort leben, anders ist das nicht zu organisieren”. Das Projekt sei geradezu allumfassend und dabei nachvollziehbar. Ferner wies er darauf hin, dass auch private Grundstückseigentümer noch die Möglichkeit haben, ihre Liegenschaften umzugestalten. Dafür gebe es die kostenlose Beratung. Wenn die Förderung über das Dorferneuerungsprogramm möglich ist, könnten private Maßnahmen mit 30 Prozent gefördert werden. Pro Objekt gebe es einen Höchstzuschuss von 30.000 Euro. Laut Ralph Miller, stellvertretender Bauamtsleiter der Stadt Butzbach, wurden bislang knapp 20 Förderanträge gestellt. Und die Beratung läuft weiter. Miller wies daraufhin, dass die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden müssten. Aber Probleme gebe es dabei nicht.


Noch bis zum 30. September 2017 können private Antragsteller noch Förderungsanträge für Bauvorhaben im Ortskern stellen.


Bericht in der BZ am 9. Juni 2012

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